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Gemeinderäte beschließen Haushalt erneut
Mit einer Gegenstimme haben die Abgeordneten von Frankenthal am Dienstagabend den Haushalt für das laufende Jahr beschlossen. Der Haushalt sieht vor, in diesem Jahr einen Kredit in Höhe von rund 190 000 Euro für die Sanierung der Grundschule aufzunehmen. Wegen des Kredites muss der Haushalt von der Kommunalaufsicht im Landratsamt genehmigt werden. Der vergleichsweise späte Beschluss rührt daher, dass der Gemeinderat zwar in Februar den Haushalt 2007 schon beschlossen hatte, doch er wäre nicht genehmigt wurden. „Wir haben vom Landratsamt einen entsprechenden Hinweis bekommen und deshalb mehre Veränderungen eingearbeitet“ begründet Bürgermeisterin Kerstin Otto. Unter anderen soll mehr Geld aus der Rücklage der Gemeinde entnommen werden. Der Frankenthaler Haushalt umfasst knapp 1 025 000 Euro, davon entfallen 310 000 Euro auf den Vermögens- und 710 000 Euro auf den Verwaltungshaushalt.

Ungeliebtes Thema Abwasser
Abwasserbeseitigung, weil oft mit hohen Kosten verbunden, ist ein ungeliebtes Thema. Auch in Frankenthal. Jetzt fasste der Gemeinderat den Beschluss, Einzellösungen den Vorrang gegenüber einer zentralen Kläranlage zu geben.
Die Bürger werden diese Entscheidung wohl zufrieden aufnehmen.
Doch es gibt auch Unwägbarkeiten. der Freistaat Sachsen hat in der Förderpolitik seinen Kurs geändert. Er gibt jetzt auf dem Lande Geld für dezentrale Entsorgungsmodelle. Das ist vernünftig. Allerdings fährt Sachsen die Fördersumme nach unten, so das künftig für den Bau von Abwasseranlagen weniger Geld vom Staat zur Verfügung stehet.
Grundstückseigentümer müssen bis 2015 ihre Kläranlage auf modernem Stand haben. Hier nur die Investitionen zu sehen, greift zu kurz. Denn hinzukommen die Unterhaltungskosten auf Jahre. Ob alles in allem langfristig ein Plus ergibt, kann nur eine Hochrechnung zeigen. Trotzdem, ein Vorteil dürfte unbestritten sein: Die Bürger müssen das Geld nicht in zwei, drei Jahren vorstrecken, sondern sie können die Kosten auf einen längeren Zeitraum verteilen. Ein Vorteil, der bei der finanziell angespannten Lage vieler Haushalte helfen kann.
Bericht Sächsische Zeitung

Zwei große Schecks für die Frankenthaler Schule
Kreissparkasse und Volksbank unterstützen die geplante Sanierung des Gebäudes.
Mit hohen Geldspenden unterstützen die beiden großen Kreditinstitute im Landkreis Bautzen die Sanierung der Evangelischen Grundschule in Frankenthal. Die Kreissparkasse Bautzen übergibt morgen einen Scheck in Höhe von 20 000 Euro. Am Donnerstag nächste Woche werden Mitarbeiter der Volksbank Bautzen in der Schule erwartet. sie unterstützen die bevorstehenden Arbeiten mit 3 000 Euro.
Dach, Fassade und Fenster sollen erneuert, das Schulhaus im Inneren behindertengerecht und nach den heutigen Anforderungen des Brand-, Wärme- und Schallschutzes ausgebaut werden. Schulleiterin Heike Kurze: „Die Bedingungen verbessern sich nachhaltig. Wir bekommen einen Werkraum und Toiletten im Obergeschoss.“
Die Grundschule Frankenthal habe ihr eigenes Programm, gutes Personal und einen engagierten Schulvorstand, begründet Marketingleiterin Brigitte Richter, weshalb die Kreissparkasse die Sanierung unterstützt. „Das Projekt ist beispielgebend für das ganze Kreisgebiet“, sagt sie. Volksbank-Vorstand Klaus Otmar Schneider sagt: „Wir haben Menschen erlebt, die voll hinter der Schule stehen. Den Schülern werden Werte vermittelt, die in unserer Gesellschaft eher im Verborgenen liegen.“
Bürgermeisterin Kerstin Otto, die auch den Schulvorstand angehört, sieht in dem Spenden eine Bestätigung der bisherigen Arbeit, aber auch einen Vertrauensvorschuss: „Man traut uns zu, die Schule weiter zu profilieren.“
870 000 Euro wird die Sanierung kosten. 50 Prozent stehen als Fördermittel in Aussicht. 270 000 Euro gibt die Gemeinde, 100 000 Euro der Evangelische Schulverein im Landkreis Bautzen. 65 000 Euro sind Spenden.
Gebaut werden sollte in den Sommerferien. Doch der Fördermittelbescheid steht noch aus. Trotzdem soll noch in diesem Jahr Baubeginn sein, sagt Kerstin Otto. Für die Zeit der Sanierung soll der Unterricht ins Pfarrhaus und in einen Container verlegt werden, den die Gemeinde aufstellen will.
Bericht Sächsische Zeitung

Schlesische Bratwürste sind in Frankenthal begehrt
Um die Spezialität für Heiligabend herzustellen, kehrt Günter Kunath einmal im Jahr in seinen erlernten Beruf zurück.
Anderswo kommen zu Heiligabend zum Kartoffelsalat Wiener Würstchen auf den Tisch – in Frankenthal isst das halbe Dorf Schlesische Bratwürste. Die werden nur für Weihnachten auf Bestellung hergestellt. Dafür kehrt Günter Kunath für einen Tag im Jahr in seinen erlernten Beruf zurück; er ist Fleischer.
Diesen Beruf hatte der Frankenthaler 1977 an den Nagel gehangen, als er in seinem Heimatort eine Gastwirtschaft übernahm. Aus gesundheitlichen Gründen übergab der jetzt 59-Jährige das Lokal inzwischen an seine Frau; er hilft mit.
Auf die Schlesischen Bratwürste war Günter Kunath aufmerksam geworden, als er in der Radeberger Fleischerei Gottlöber lernte. „Der Meister kannte das Rezept.“ Bis 1990 war der Frankenthaler vor Weihnachten noch nach Radeberggefahren, um die Würste zu holen.„Nach der Wende haben wir uns gesagt, wir probieren es selbst einmal“, sagt Günter Kunath. Mit Wir meint er sich und die Rammenauer Fleischerei Wätzlich, in der er vor seinem Wechsel in die Gastronomie fünf Jahre gearbeitet hatte und wo er jetzt die Bratwürste nach Meister Gottlöbers Rezept herstellt.
Die Schlesischen Bratwürste sind eine Weißwurst, die mit der bayerischen Schwester nichts zu tun habe, erläutert Günter Kunath. Seine Würste sind deftiger; wichtig außer guten Gewürzen sind Zitrone und vor allem: frisch gemolkene Milch, die der Fleischer aus dem Geißmannsdorfer Agrarbetrieb bezieht. „Sonst kommt Wasser in die Wurst, wir nehmen nur gute Milch.“
Allein für das rund 1000 Einwohner zählende Frankenthal stellt er circa 800 Würste her; weitere werden in der Fleischerei Wätzlich und in Oderwitz bei Zittau verkauft. Bis Mittwoch, 11 Uhr, nimmt er Bestellungen an; am Sonnabend wird produziert; ab Sonntag können die Kunden bei ihm die Würste abholen. So wie in den Vorjahren werden aber auch diesmal die meisten wohl erst am Vormittag des 24. kommen. „Oft werden die Männer geschickt, die, ehe sie nach Hause gehen, noch ein Bier trinken“, sagt der Gastwirt, der sich jedes Jahr aufs Neue freut, die Bratwürste herzustellen. Sein Tipp: die Wurst langsam braten, damit sie nicht platzt. Denn die Milch dehnt sich beim Erhitzen aus. Von Ingolf Reinsch/SZ
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