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25.06.2016
 


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Urlaub wie zu Erichs Zeiten 

Wie war das damals, als unsere Reisewelt der Ostblock war?
18 junge Leute wollen es wissen und starten zum Balaton.
Mit Trabis und Wartburg. 

Sommer, Sonne, Balaton. 18 junge Leute aus Frankenthal und
umliegenden Orten, darunter drei Kinder, gönnen sich diesen Luxus
eine gute Woche lang. Freitagmittag, pünktlich zum Ferienstart in
Sachsen, machten sie sich auf den rund 750 Kilometer langen Weg.
Im Konvoi aus acht Trabis und einem Wartburg. Bis Freitagabend
wollen sie das tschechische Brno erreicht haben. Die zweite Etappe
ist für Sonnabend geplant – das Ziel Balatonlille. Gefahren wird ausschließlich auf Landstraßen. Spätestens nach 200 Kilometern
müssen sie Pause machen. Denn die Trabis brauchen dann Benzin.

Die Frankenthaler reisen wie zu Erichs Zeiten – im Look der 70er-
und 80er-Jahre. Fast alle Autos haben einen „Dachgarten“.
Darauf sind die Klappräder verstaut. Natürlich Räder der
DDR-Marke „Mifa“. Auch sonst wurde eingepackt, was in der
DDR produziert worden ist: Campingmöbel, Waschbeutel,
Frotteehandtücher, einfarbige Turnhosen... Für die Hinfahrt hat sich
die Gruppe trotz der 35 Grad in Schale geschmissen.
So holte Rico Neumann feinen Zwirn der Marke „Präsent 20“ hervor
und lässt es sich auch nicht nehmen, zum Fotoshooting auch noch
das Sakko anzuziehen. Am Plattensee in Ungarn, so Johannes Rarisch,
werde man sich dann aber doch salopp in jetziger Freizeitkleidung
bewegen.

Winkelemente im Gepäck

Alles, was die Gruppe als fahrendes DDR-Museum mit hat, stammt
entweder aus eigenem Besitz oder wurde in den Familien oder bei
Freunden geborgt. Sogar „Winkelemente“ sind dabei – DDR-Fähnchen
aus Papier, die der Großvater von Rico Neumann noch auf dem Hausboden hatte. Aufs Navi verzichten die jungen Leute. Statt dessen nutzen sie ihr „Klapp-Navi“, sprich den Straßenatlas, hier allerdings eine aktuelle
Variante. Bei der Route weicht die Gruppe von den früheren Wegen
der DDR-Urlauber ab. Ihr Hinweg führt nicht über die Slowakei,
sondern über Österreich – und durch die Hauptstadt Wien.

Die Idee, zu dem „DDR-Urlaub“ am Balaton, kam den jungen Leuten vor einem Jahr. Damals machten sie ihre erste gemeinsame Ferientour mit Trabant & Co. Die führte, wir ahnen es, ans Lieblingsmeer der Sachsen,
die Ostsee.

Die Touristen von heute, die in ihren DDR-Oldtimern auffallen dürften,
sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie gehören zum
Frankenthaler Stockcarteam, das 1999 gegründet wurde.
Durchs Schrauben an alten Autos, die später bei Rennen zu
Schrott gefahren werden, entstand das Interesse an den DDR-Fahrzeugen, sagt Pierre Gneuß. Er fährt den einzigen Wartburg im Konvoi,
sogar die Kombivariante „Tourist“. Top gepflegt und natürlich mit der obligatorischen, umstrickten Klopapierrolle auf der Hutablage.
Im Schlepptau hat Pierre Gneuß einen Anhänger. Alles Ersatzteile, sollte einer unterwegs eine Panne haben. Repariert wird selbst. Die Leute,
die seit Jahren in ihrer Freizeit an Autos basteln, sind firm genug.

Das Frankenthaler Stockcarteam gibt’s noch heute. Viele von der ersten Generation schalteten inzwischen aber einen Gang runter, starten
jetzt noch gelegentlich bei Trabantrennen. Mit Max Petschel (10 Jahre),
Brian Köhler (26) und Richard Petschel (40) starten drei Teammitglieder aber auch bei Deutschen Meisterschaften.


Von Ingolf Reinsch SZ

Schick gemacht für die Auslandsreise: Die Gruppe am Freitag vor der Abfahrt in Frankenthal. Alles Lebensnotwendige ist mit an Bord.

© Regina Berge


Jugendclub spendet für MediClowns

Aus dem Erlös der Tombola beim Kinderfest in Frankenthal überwies der Jugendclub „Blaue Engel“ jetzt 365 Euro an die MediClowns des Universitätsklinikums Dresden. „Damit wollen wir Kindern, die wegen
einer schweren Krankheit nicht solche Feste feiern können, ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, erklärt Janine Nitsche, die Finanzchefin des Clubs auf Nachfrage.
Sie hatte die Idee zu der Spende. Die Preise für die Tombola kamen von Unternehmen. Alle zwei Jahre und nun schon zum dritten Mal organisierte der Jugendclub ein Fest für die Frankenthaler Kinder.
Den Winter über öffnet er seine Räume auch zu Spielenachmittage für die Jüngeren.

Vor fünf Jahren hatten sich zehn Jugendliche zusammengefunden, um in Frankenthal mit dem Club „Blaue Engel“ einen neuen Anlauf zu wagen. Mittlerweile hat der Jugendclub 23 Mitglieder zwischen 15 und 34 Jahren,
die sich mit vielen Ideen ins Dorfleben einbringen. (ck)

Von Ingolf Reinsch SZ


Frankenthaler Veranstaltungskalender 2016


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